Eine Flasche mit dem Namen Statesman wirkt zunächst wie ein Film-Sammlerstück, doch dahinter steckt ein eigenständiger Kentucky Straight Bourbon von Old Forester. Ich ordne den Whisky geschmacklich ein, erkläre die Verbindung zu „Kingsman: The Golden Circle“, zeige den Unterschied zum günstigeren Statesman Blended Scotch und gebe konkrete Empfehlungen für Kauf, Verkostung und Cocktails.
Die wichtigsten Fakten zur filmisch bekannten Bourbon-Abfüllung
- Herkunft: Kentucky, USA, als Kentucky Straight Bourbon Whiskey.
- Alkoholgehalt: kräftige 47,5 % Vol. beziehungsweise 95 Proof.
- Geschmack: süße Noten von Vanille, Karamell und Apfel treffen auf Pfeffer, Zimt und Eichenwürze.
- Kingsman-Verbindung: Die Abfüllung wurde im Umfeld von „Kingsman: The Golden Circle“ entwickelt.
- Preis in Deutschland: Je nach Händler und Verfügbarkeit sind für 0,7 bis 0,75 Liter ungefähr 80 bis 120 Euro realistisch.

Was der Name Statesman Whisky wirklich bezeichnet
Mit Statesman Whisky ist im Kingsman-Kontext fast immer der Old Forester Statesman gemeint. Fachlich handelt es sich nicht um einen schottischen Whisky, sondern um einen amerikanischen Kentucky Straight Bourbon Whiskey mit 47,5 % Vol.
Das Wort „Straight“ verweist auf eine gesetzlich definierte Bourbon-Kategorie. Der Whiskey basiert auf einer Maismaische, reift in neuen ausgekohlten Eichenfässern und wird aus ausgewählten Bourbon-Fässern miteinander vermählt. Eine Altersangabe fehlt auf der Flasche, was bei Bourbon nicht automatisch ein Qualitätsproblem bedeutet.
| Merkmal | Old Forester Statesman |
|---|---|
| Land | USA, Kentucky |
| Kategorie | Kentucky Straight Bourbon Whiskey |
| Alkoholgehalt | 47,5 % Vol., 95 Proof |
| Füllmenge | Je nach Markt 0,7 oder 0,75 Liter |
| Altersangabe | Keine Altersangabe auf dem Etikett |
Die häufige Verwechslung mit dem Discounter-Whisky
In Deutschland gibt es außerdem einen separaten Statesman Blended Scotch, der vor allem aus dem Discount- und Supermarktumfeld bekannt ist. Er ist weder derselbe Hersteller noch derselbe Whiskytyp und hat nichts mit der Kingsman-Bourbon-Abfüllung von Old Forester zu tun.
Wer gezielt den Film-Bourbon kaufen möchte, sollte deshalb auf die vollständige Bezeichnung Old Forester Statesman, die Herkunft USA und den Alkoholgehalt von 47,5 % Vol. achten. Eine Flasche mit „Blended Scotch“ und meist 40 % Vol. gehört zu einer anderen Produktlinie.
Warum der Bourbon mit Kingsman verbunden ist
Die Abfüllung entstand im Zusammenhang mit dem Film „Kingsman: The Golden Circle“ aus dem Jahr 2017. In der Filmwelt sind die Statesman eine amerikanische Schwesterorganisation der britischen Kingsman, deren Tarnidentität eng mit einer Bourbon-Destillerie verbunden ist.
Old Forester griff diese Idee auf und entwickelte einen Bourbon, der die gewünschte Verbindung von Wärme, Würze und markantem Charakter verkörpern soll. Dafür wurden Fässer aus besonders warmen Lagerbereichen ausgewählt. Höhere Temperaturen beschleunigen den Austausch zwischen Destillat und Holz, wobei der Einfluss von Lagerhaus, Fass und Reifezeit immer zusammenspielt.
Ich finde diese Geschichte gelungen, solange man sie richtig einordnet. Die Filmverbindung macht die Flasche interessanter und zu einem guten Geschenk für Fans, sie ersetzt aber keine sensorische Qualität. Wer ausschließlich den besten Bourbon für sein Geld sucht, sollte das Etikett deshalb nicht mit einem automatischen Premiumversprechen verwechseln.
So schmeckt der Statesman im Glas
In der Nase treffen gebackener Apfel, Vanille und süße Eiche auf eine deutliche Roggen- und Gewürznote. Das wirkt nicht so weich wie ein klassischer Einsteiger-Bourbon, bleibt aber zugänglicher als viele deutlich alkoholstärkere Abfüllungen.
Am Gaumen beginnt der Whiskey süß und cremig. Apfelkuchen, Karamell und eine an Soda erinnernde Süße gehen in Pfeffer, Zimt und leicht ledrige Eiche über. Gerade dieser Wechsel ist für mich der interessanteste Teil der Abfüllung, weil er verhindert, dass sie nur nach Vanille und Zucker schmeckt.
Der Abgang ist würzig, aber eher kurz bis mittellang. Pfeffer und eine leicht kühlende, an Eukalyptus erinnernde Note treten zuerst hervor, danach bleiben Orangencreme und Karamell zurück. Wer einen langen, tiefen Sherry-Abgang oder kräftigen Torfrauch erwartet, wird enttäuscht sein. Wer Bourbon mit klarer Süße und spürbarer Würze mag, findet hier ein stimmiges Profil.
| Phase | Typische Eindrücke | Einordnung |
|---|---|---|
| Nase | Apfel, Vanille, süße Eiche, Roggenwürze | Fruchtig und würzig |
| Gaumen | Apfelkuchen, Cremigkeit, Pfeffer, Zimt, Leder | Deutlich, aber nicht aggressiv |
| Abgang | Eukalyptus, Orange, Karamell, Gewürze | Würzig und eher kurz |
Wie ich ihn verkosten und ausschenken würde
Zum ersten Probieren schenke ich 2 cl bei Zimmertemperatur in ein Nosing-Glas ein. Nach fünf Minuten Ruhezeit öffnet sich die Nase spürbar. Ein paar Tropfen Wasser können die Alkoholwärme reduzieren, sollten aber sparsam eingesetzt werden, damit Pfeffer und Zimt nicht verschwinden.
Für Einsteiger ist ein großer Eiswürfel sinnvoller als mehrere kleine Würfel. Er kühlt den Bourbon und verdünnt ihn langsamer. Pur zeigt er mehr Struktur, auf Eis wirkt er runder und unkomplizierter. Bei 47,5 % Vol. hält er diese Verdünnung gut aus.
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Old Fashioned als beste Cocktail-Option
Die Würze des Bourbons funktioniert besonders gut in einem Old Fashioned. Für ein Glas genügen 50 ml Statesman, 7,5 ml Zuckersirup und zwei Spritzer Angostura Bitters. Mit Eis verrühren und mit einer Orangenzeste abrunden.
Auch ein Whiskey Sour passt, wenn die Süße etwas frischer wirken soll. Ich würde dabei nicht zu viel Sirup verwenden, weil der Bourbon bereits eigene Karamell- und Dessertnoten mitbringt. Eine Mischung aus 50 ml Whiskey, 25 ml Zitronensaft und 15 ml Zuckersirup ist ein guter Ausgangspunkt.
Lohnt sich der Kauf in Deutschland
Bei deutschen Händlern liegen Angebote für 0,7 bis 0,75 Liter im Jahr 2026 ungefähr zwischen 80 und 120 Euro. Der Preis schwankt stark, weil die Flasche nicht überall dauerhaft verfügbar ist und teilweise als Importware verkauft wird.
| Preisbereich | Meine Einschätzung |
|---|---|
| Bis 80 Euro | Attraktiv, besonders für Fans und Bourbontrinker |
| 80 bis 95 Euro | Vertretbar, wenn das Profil und die Kingsman-Verbindung gefallen |
| Über 100 Euro | Eher Sammler- oder Geschenkpreis, nicht automatisch gutes Preis-Leistungs-Verhältnis |
Rechnerisch enthält eine 0,7-Liter-Flasche etwa 14 Portionen à 50 ml. Bei einem Preis von 90 Euro kostet eine Cocktailportion damit rund 6,40 Euro vor den übrigen Zutaten. Für regelmäßige Longdrinks ist das viel, für gelegentliches Nippen oder einen Filmabend kann es trotzdem passen.
Mein Urteil fällt deshalb zweigeteilt aus. Als eigenständiger Bourbon ist der Statesman würzig, süß und unkompliziert genug für Einsteiger, aber nicht so komplex, dass der hohe Importpreis immer gerechtfertigt wäre. Für eine günstigere Alltagsflasche würde ich andere Bourbons wählen, für einen Kingsman-Fan mit Interesse an Bourbon bleibt er jedoch ein nachvollziehbarer Kauf.
Mein Urteil für Filmfans und Bourbontrinker
Der Old Forester Statesman ist kein mystischer Geheimtipp aus der Filmwelt, sondern ein realer Kentucky Bourbon mit klarer Süße, kräftiger Gewürznote und 47,5 % Vol. Seine Stärke liegt in der Balance aus Apfel, Vanille, Karamell, Pfeffer und Zimt, nicht in besonders langer Reife oder außergewöhnlicher Komplexität.
Beim Kauf sollte ich zuerst prüfen, ob wirklich Old Forester auf dem Etikett steht. Danach entscheidet der Preis. Bis etwa 90 Euro ist die Flasche als charaktervoller Bourbon und Geschenk gut vertretbar, deutlich darüber bezahle ich bereits spürbar für Import, Knappheit und die Kingsman-Geschichte.